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Gold für den Schweizer Viererbob (Scherrer, Neveu, Schläppi, Schläppi von rechts nach links), Winterspiele 1924 in Chamonix

Geschichte

Die Tradition Olympischer Spiele reicht bis ins achten Jahrhundert v. Chr. zurück (mehr www.olympic.org). 1896 fanden die ersten Olympischen Sommerspiele der Neuzeit auf Initiative des französischen Humanisten Baron Pierre de Coubertin (1863–1937) hin in Athen statt. Es nahmen 241 Athleten teil – und nein, wir haben die weibliche Form hier nicht vergessen: Frauen waren noch nicht zugelassen. De Coubertin schwebten nämlich die Olympischen Spiele als Anlass zur Demonstration der Manneskraft vor, dem die Frauen lediglich als Zuschauerinnen beiwohnen durften.
Der Mythos männlicher Stärke begann allerdings bald zu bröckeln: Bereits an den zweiten Olympischen Spielen 1900 in Paris waren die ersten Frauen vertreten. Seither hat sich der Frauenanteil sukzessive erhöht. In London 2012 waren die Frauen erstmals in allen Sportarten und 204 nationalen Delegationen vertreten. Die Anzahl Frauen erhöhte sich danach kontinuierlich auf 44% in London 2012, 45,2% in Rio 2016 und soll in Tokyo 2020 beinahe die 50%-Marke (48,8%) erreichen.

Die ersten Olympischen Winterspiele fanden 1924 in Chamonix statt. Für die Schweiz als Wintersportnation war dies eine wichtige Innovation im olympischen Programm. Die Skirennfahrerin Vreni Schneider ist die bisher erfolgreichste Schweizer Winter-Olympionikin: Sie gewann 1988 in Calgary und 1994 in Lillehammer drei Gold- und je eine Silber- und Bronzemedaille. Die erfolgreichsten Winterspiele für die Schweiz waren die Spiele von PyeongChang 2018 mit insgesamt fünf Gold-, sechs Silber- und vier Bronzemedaillen.

Für die Durchführung der Olympischen Spiele bewerben sich Städte in einem Konkurrenzverfahren. Sieben Jahre vor dem Anlass wählt das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Austragungsort.

Mehr Informationen zu den Olympischen Spielen gibt es auf der Webseite des IOC.

Bedeutendster Sportanlass der Gegenwart

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Eröffnungsfeier Atlanta 1996

Die Zahl der Athletinnen und Athleten und der Wettkämpfe an Olympischen Spielen ist im Laufe der Zeit kontinuierlich gestiegen. Waren es 1896 in Athen überschaubare 241 Olympioniken, nahmen in Rio 2016 mehr als 11‘000 Sportlerinnen und Sportler teil. Ebenso gewachsen ist die Zahl der Journalisten, der Zuschauer, der Funktionäre, der Fernsehsender, die von den Olympischen Spielen berichteten und generell der Umfang der Berichterstattung in der Presse.

1948 wurden die Olympischen Spiele erstmals im Fernsehen ausgestrahlt. Damals erreichten die Bilder Schätzungen zufolge rund eine halbe Million Menschen. Mit den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio wurde nun der bisherige mediale Höhepunkt erreicht. Alles in allem hat die Hälfte der Weltbevölkerung mindestens einmal einen Beitrag dieses Grossereignisses verfolgt und sieben Milliarden Videos wurden auf den sozialen Netzwerken angeschaut.

Zukunft

Die Olympischen Spiele sind eine Erfolgsgeschichte. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts haben sich die Sommerspiele zum wichtigsten Sportereignis der Gegenwart entwickelt. Die Teilnahme an einem olympischen Wettbewerb ist für viele Athletinnen und Athleten die bedeutendste Herausforderung in ihrer Karriere – insbesondere für jene aus weniger populären Sportarten. Dank der Spiele treten sie alle vier Jahre einmal in den Fokus der Weltöffentlichkeit.

Gerade das konstante Wachstum warf aber auch Fragen auf und führte zu grundlegenden Überlegungen, was die Organisation und Durchführung der Spiele betraf, Stichwort Gigantismus. 2014 hat das IOC deshalb die Agenda 2020 verabschiedet, ein Strategiepapier, dass die olympische Bewegung in die Zukunft führen soll. Die 40 darin enthaltenen Empfehlungen sollen dazu beitragen, die Anzahl Wettbewerbe, Athleten und Funktionäre zu beschränken, die Kosten der Kandidatur und für die Organisation zu verringern und noch mehr Wert auf die Nachhaltigkeit und das Vermächtnis zu legen.