Zoom

Weitere zwei Medaillen in Innsbruck!

Der Medaillensegen geht weiter für das Schweizer Team. Am Donnerstag gewann Sandro Simonet im Riesenslalom seine zweite Bronzemedaille, ebenfalls Bronze holte überraschend David Hablützel im Snowboard Slopestyle. Das waren die Medaillen fünf und sechs für die Schweiz! Womöglich hat auch Skicrosserin Emilie Benz schon eine Medaille gewonnen – wäre damit aber überhaupt nicht glücklich.

Sandro Simonet ist der erste Schweizer, der an den Olympischen Jugendspielen – mindestens – zweimal eine Medaille holt. Nach Bronze in der Super-Kombination gewann er auch Bronze im Riesenslalom. Zudem gehört er im Slalom vom Samstag zu den Topfavoriten. «Dass ich schon vor dem Slalom zwei Medaillen gewinne, hätte ich vor den YOG nie gedacht», sagte Simonet überglücklich nach dem Rennen. Mit seinem ersten Lauf sei er nicht ganz zufrieden gewesen, im zweiten hätte aber alles gepasst. Nach dem Rennen musste der Bündner aus Tiefencastel allerdings eine Weile warten, bis sein Podestplatz auch tatsächlich bestätigt wurde: Der nach dem ersten Lauf führende Slowene Miha Hrobat kam als Zweitplatzierter ins Ziel, wurde aber erst nach längerer Zeit wegen eines Einfädlers disqualifiziert, und so rutschte Simonet auf Rang 3 nach.

Hablützel: «Gar nie gross Slopestyle trainiert»

Eine Überraschung der besonderen Art stellte die Bronzemedaille für den Zürcher David Hablützel dar – auch für ihn selber. Er war ursprünglich nur für den Halfpipe-Event selektioniert worden und erfuhr erst kurz vor der Anreise, dass er auch am Slopestyle-Wettbewerb antreten dürfe. «Ich hatte mich voll auf Halfpipe konzentriert und gar nie gross Slopestyle trainiert», meinte Hablützel nach dem Rennen. Und was für einen zweiten «Run» der 15-Jährige zeigte! Er katapultierte sich vom sechsten auf den zwischenzeitlichen zweiten Rang. Letztlich musste er sich nur dem Kanadier Michael Ciccarelli und dem Amerikaner Ben Ferguson geschlagen geben. Hablützel zeigte sich sportlich fair: «Einige meiner Konkurrenten zeigten bei den schwierigen Bedingungen keine guten Läufe, und davon habe ich dann profitiert.» Der 15-Jährige trotzte aber Wind und Wetter und nur schon dadurch verdiente er sich diese Medaille.

Celia Petrig verpasst Medaille nur knapp

Zu Hablützels Konkurrenten, die keine guten Läufe zeigten, zählte sicher auch Lucas Baume. In der Qualifikation hatte der Waadtländer noch einen höheren Wert als Hablützel erhalten, im Final misslangen ihm aber beide Läufe und so musste er sich mit Rang zehn begnügen. Bitter verlief der Tag auch für Celia Petrig, für die letztlich nur der undankbare vierte Platz übrigblieb. Die Schwyzerin war zuerst ohne Medaillenambitionen angetreten, wurde in der Qualifikation aber Zweitbeste und wusste, dass auch im Final etwas möglich wäre. «Da habe ich daran geglaubt», sagte Petrig. Leider konnte sie im Final ihre Leistung aus der Qualifikation aber nicht ganz bestätigen – auch bedingt durch das Wetter: «Es waren schwierige Bedingungen und es hat stark gewindet».

Emilie Benz möchte keine «geschenkte Medaille»

Die Skicrosser Emilie Benz und Vincent Gentet traten bei den windigen Bedingungen zu ihrer Qualifikation an. Beide schafften den Einzug in die K.O.-Phase: Emilie Benz als Dritte, Vincent Gentet als Zwölfter. Noch ist nicht sicher, ob die Finalrennen überhaupt ausgetragen werden können: Die Wetterprognosen verheissen für den Rest der YOG nichts Gutes. In einem solchen Fall würden die Ränge aus der Qualifikation zählen und Emilie Benz Bronze gewinnen. «Es wäre sehr schade, wenn der Wettkampf so entschieden würde», meinte die Davoserin dazu, «ausserdem rechne ich mir mehr aus.» Benz war erst später zur Schweizer Delegation gestossen, da sie noch am vergangenen Wochenende ein Europacuprennen bestritt – und dieses auch gewann.

Langläufer knapp am Final vorbei

Auch in ihrem zweiten Rennen konnten die Langläufer Jason Rüesch (Rang 9) und Nadine Fähndrich (Rang 8) überzeugen. Im Sprint in der freien Technik schafften sie den Sprung in den Halbfinal souverän, blieben dort aber hängen. Pech hatte Rüesch: Dem Davoser brach ein Stock, und als er schliesslich einen Ersatzstock in die Hand gedrückt bekam, hatte er bereits entscheidend an Terrain eingebüsst. Fähndrich verpasste den Einzug in den Final ihrerseits um acht Zehntel.