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Silbermedaillengewinnerin Svenja Stoffel (Mitte) mit ihren Schwimmkollegen Theresa Banzer, Lisa Mamié, Nils Liess und Luca Pfyffer (v.l.n.r.)

Auf dem Weg an die Spitze wertvolle Erfahrungen sammeln an den YOG Auf dem Weg an die Spitze wertvolle Erfahrungen sammeln an den YOG

Das Swiss Olympic Youth Team fliegt morgen, Samstag 30. August 2014, von den Youth Olympic Games (YOG) in Nanjing zurück in die Schweiz. Mit im Gepäck: Vier Medaillen, zahlreiche Top-8-Plätze – und vor allem jede Menge wertvoller Erfahrungen, welche den Talenten auf ihrem weiteren Weg nach ganz oben helfen werden.

Beim ersten Mal habe sie gestaunt. Beim zweiten Mal habe sie geübt. Und erst beim dritten Mal habe sie dann richtig zuschlagen können. Dies sagt keine geringere als die Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig, angesprochen auf die viel besagte spezielle Atmosphäre an Olympischen Spielen. Das Staunen, das beeindruckt sein – diesen «ersten Schritt» auf dem Weg eines Olympioniken sollen Schweizer Athletinnen und Athleten bereits in jungen Jahren an den Youth Olympic Games (YOG) machen. Und zum Staunen gab es in den vergangenen zwei Wochen an den YOG in Nanjing (China) einiges: 20‘000 Volunteers, 3800 Teilnehmende aus 200 Ländern, rund 1000 Journalisten, Millionen Zuschauer rund um den Globus am TV und übers Live-Streaming im Internet, der ganze Event eingebettet in einer Acht-Millionen-Metropole voller Wolkenkratzer, zwölf Flugstunden weg von zuhause. Dimensionen wie diese haben die meisten der 19 Schweizer Athletinnen und Athleten zum ersten Mal erlebt.

Noëmi Zbären und Augustin Maillefer haben es vorgemacht
Trotzdem fokussiert zu bleiben und im entscheidenden Moment die Bestleistung abzurufen, ist nicht einfach. Für die jungen Talente daher eine perfekte Übung für weitere Grossanlässe: «Es war einfach alles viel grösser als sonst. Das erlebt zu haben, hilft mir sicher für kommende Europa- und Weltmeisterschaften … oder hoffentlich auch einmal für die Olympischen Spiele», sagt Schwimmerin Svenja Stoffel, welche über 50m Delfin Silber gewonnen hat. Mit einer zukünftigen Teilnahme an Olympischen Spielen würde die Schwimmerin in die Fussstapfen von Athleten wie der Hürdensprinterin Noëmi Zbären oder Ruderer Augustin Maillefer treten. Sie standen 2010 an den Youth Olympic Games auf dem Podest und konnten bereits zwei Jahre später an den «grossen» Olympischen Spielen von dieser Erfahrung profitieren.

«Plötzlich wollten alle etwas von mir»
Erfahrungen gesammelt – das haben die Talente nicht nur während dem Wettkampf, sondern auch danach. So war beispielsweise für die 18-jährige Sportschützin Sarah Hornung die Aufmerksamkeit von Fans und Medien nach ihrem Sieg in der Kategorie 10m-Luftgewehr neu: «Kaum hing die Goldmedaille um meinem Hals, wollten plötzlich alle ein Interview oder ein Foto mit mir und wildfremde Leute gratulierten mir auf Facebook. Es war interessant zu lernen und damit umzugehen.» Die wachsende Aufmerksamkeit von Journalisten und der Öffentlichkeit wahrnehmen, im entscheidenden Moment trotzdem fokussiert zu sein, die Zuschauer auszublenden, sich in einem fremden Land zurecht fühlen – eine Erfahrung, welche auch die Kunstturnerin Gaia Nesurini, mit 14 Jahren das Nesthäkchen im Swiss Olympic Youth Team, persönlich weiterentwickelt hat: «Ich habe in den drei Wochen hier viel gelernt und bin reifer geworden», sagt sie.

«Welche Erfahrungen nehmen eure Talente von den Youth Olympic Games mit?» Diese Frage haben wir auch den Trainern gestellt. Die Antworten im Videointerview.