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Gold am Sprung und am Boden Gold am Sprung und am Boden

(Si) Baku war die Reise definitiv wert: Giulia Steingruber gewann an der Premiere der Europa-Spiele gleich vier Medaillen. Die Mehrkampf-Zweite vom Donnerstag sicherte sich in den Gerätefinals am Sprung und am Boden Gold, dazu am Balken noch Bronze.

«Nun bin ich komplett ausgelaugt. Aber so viele Medaillen zu gewinnen, ist ein mega schönes Gefühl. Ich könnte nicht zufriedener die Heimreise antreten. Ich habe mir meine Ferien, die dann in zwei Wochen anfangen, verdient», sagte Steingruber nach vollbrachter Medaillen-Razzia in Aserbaidschan. «Es war nicht einfach, zunächst an der EM in Montpellier und dann noch hier in Baku anzutreten. Doch Giulia hat ihre Klasse erneut gezeigt. Diese zwei Wettkämpfe zusammengenommen, ist sie die Nummer eins in Europa», sagte Trainer Zoltan Jordanov.

Die zweifache Sprung-Europameisterin (2013, 2014) triumphierte zunächst auf souveräne Weise an ihrem Paradegerät. Mit 14,999 Punkten blieb sie deutlich vor der Russin Seda Tutchaljan und der Holländerin Lisa Top. Die 21-jährige St. Gallerin zeigte als erstes wie gewohnt ihren Paradesprung, den Tschussowitina. Dieser wurde mit 15,566 Punkten sehr gut bewertet. Danach stand sie auch den Jurtschenko mit einer Schraube sauber (14,433). Vor dem Wettkampf hatte Steingruber zwar die schwierigere Variante eingeturnt, dann aber zusammen mit ihrem Trainer entschieden, auf die zweite Schraube zu verzichten. Das Resultat habe gezeigt, dass dieser Entscheid richtig gewesen sei, so Steingruber. «Wenn man nicht Risiko nehmen muss, dann tut man es auch nicht», sagte Trainer Jordanov.

Rund zweieinhalb Stunden später durfte sich Steingruber gleich nochmals über den 1. Platz freuen. Gold am Boden zu holen, dies ist ihr auch an Europameisterschaften noch nie gelungen - zweimal Bronze (2014 und 2015) waren ihre maximale Ausbeute. In Baku nun siegte die Mehrkampf-Europameisterin von Montpellier trotz eines leichten Übertreters nach der letzten Diagonale. Der Vorsprung auf Aliya Mustafina betrug trotz des Abzugs von einem Zehntel 0,066 Punkte. «Uff, mit dem Fehler wurde es knapp, aber es reichte. Wunderbar, dass ich Mustafina am Boden einmal schlagen konnte», freute sich Steingruber. Die Russin, am Donnerstag Mehrkampf-Siegerin vor der Schweizerin, hatte sich zuvor immerhin am Stufenbarren Gold gesichert.

Am Schwebebalken reichte es Steingruber hinter der Holländerin Lieke Wevers und der Rumänin Andreea Iridon zu Bronze. Gleich drei (der sechs) Finalistinnen waren vom Gerät geflogen. «Meine Übung war nicht top. Aber cool, dass es dennoch zu einer Medaille gereicht hat», sagte Steingruber.