Nicola Spirig, Triathlon-Olympiasiegerin von London
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Nicola Spirig, Triathlon-Olympiasiegerin von London

Premiere mit 131 Schweizer Athleten

Die Schweizer Delegation für die ersten Europaspiele präsentiert sich sehr heterogen. Von der 15-jährigen Nachwuchsschwimmerin und Grossanlass-Debütantin bis hin zur Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig wird in Baku alles vertreten sein.

Diese Durchmischung mache es schwierig, sagt Ralph Stöckli, der Chef de Mission von Swiss Olympic. «Baku ist für uns die grössere Herausforderung als Rio 2016.» Weniger klar ist deshalb auch, wie viele Medaillen die insgesamt 131 Schweizer Sportler in Aserbaidschan gewinnen sollen. Eine Zahl lässt sich Stöckli nicht entlocken. Der Ostschweizer sagte im Vorfeld der Spiele nur, dass «wir in etwa um das Potenzial wissen. Wenn es unseren Cracks wie Giulia Steingruber, Nicola Spirig, Jolanda Neff und Nino Schurter gut läuft, dann sind einige Medaillen möglich.»

Von den vier Genannten steht für Nicola Spirig am meisten auf dem Spiel. Sie kann sich mit einem Sieg in Baku bereits die Direktqualifikation für die Sommerspiele in Rio de Janeiro holen. «Verlockend» sei dies, so die Triathlon-Olympiasiegerin aus dem Zürcher Unterland. Ebenfalls bereits morgen stehen die Mountainbiker Jolanda Neff und Nino Schurter im Einsatz. Für die Cross-Country-Spezialisten locken neben den Medaillen auch einige Ranglistenpunkte auf dem Weg nach Brasilien.

Einzig um Edelmetall geht es im Kunstturnen. Nicht falsch liegen dürfte, wer prognostiziert, dass Giulia Steingruber während den 17-tägigen Europaspielen von der Schweizer Delegation am meisten Medaillen sammelt. Die erste Mehrkampf-Europameisterin aus der Schweiz hatte Mitte April in Montpellier überzeugt und gehört auch in Baku zu den Topfavoritinnen. Der St. Gallerin kommt zudem die Ehre zu, bei der heutigen Eröffnungsfeier die Schweizer Fahne zu tragen.

Sportlicher Wert schwankt
Der sportliche Wert der Europaspiele variiert extrem innerhalb der 20 Sportarten (davon 16 olympische), die bei der Premiere in Baku ausgetragen werden. So finden im Judo und Ringen – dem aserbaidschanischen Nationalsport – die Europameisterschaften statt. Dadurch ist die kontinentale Spitze praktisch lückenlos vertreten. Neben Triathlon gibt es auch im Schiessen und Tischtennis Quotenplätze für Rio 2016 zu gewinnen, womit ein interessantes Teilnehmerfeld garantiert ist.

In anderen Sportarten wie Mountainbike, Beachvolleyball und Taekwondo (mit der Weltranglisten-Zweiten Nina Kläy) stehen immerhin Ranglisten- oder Qualifikationspunkte für Rio auf dem Spiel. Für die Teilnehmer im Beachsoccer und Basketball 3x3 – beides nicht olympisch – kommt der Multisportanlass in Baku fast dem Gefühl von Olympischen Spielen nahe. «Gerade diese Spieler sind extrem motiviert und wollen sich von ihrer besten Seite zeigen», sagt auch Ralph Stöckli. Gerade das Beachsoccer-Nationalteam um Starspieler Dejan Stankovic gehört in Baku zu den Favoriten auf den Turniersieg.

Eine olympische Hauptsportart wie Schwimmen trägt am Kaspischen Meer hingegen nur die Junioren-Europameisterschaften aus. Die Schweiz stellt im 50-m-Becken zehn Nachwuchsschwimmer. In der Leichtathletik, wo nur gerade ein drittklassiger Team-EM-Wettkampf stattfindet, ist die Schweiz, die in 16 der 20 Sportarten Teilnehmer stellt, nicht vertreten.

Hier gehts zur Liste mit den Schweizer Athletinnen und Athleten.