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Steingruber in Baku mit Silber

(Si) Giulia Steingruber hat an den Europa-Spielen für die bereits achte Schweizer Medaille gesorgt. Die 21-jährige St. Gallerin musste sich in Baku im Mehrkampf einzig der Russin Alija Mustafina geschlagen geben, ihrer Vorgängerin als Mehrkampf-Europameisterin.

Gegen Mustafina, ihres Zeichens Olympiasiegerin und je dreifache Welt- und Europameisterin, blieb Steingruber letztlich chancenlos. Zwar setzte sich die Ostschweizerin zum Auftakt an ihrem Paradegerät, dem Sprung, deutlich an die Spitze. Der erneut einwandfreie Tschussowitina trug ihr 15,600 Punkte ein. «Der war wohl perfekt. Eine so hohe Note habe ich noch nie erhalten», freute sich Steingruber. Mustafina liess sich für ihren Sprung 14,866 notieren.

Auch zum Abschluss am Boden erhielt Steingruber die bessere Note als die russische Favoritin. Diese schuf jedoch die riesige Differenz von letztlich fast zwei Punkten (58,566:56,699) am Schwebebalken und vor allem am Stufenbarren. An dem Gerät, an welchem sie in London 2012 triumphiert hatte, wurde die 20-Jährige aus Moskau mit 15,500 Punkten bewertet. Zum Vergleich: Steingruber musste sich an ihrem Zittergerät mit einer 13,133 begnügen.

«Es war nicht mein bester Wettkampf. Ich konnte nicht das Gleiche abrufen wie beim EM-Titel in Montpellier. Doch am Schluss bin ich sehr zufrieden und ich freue mich über die Silbermedaille an diesen ersten Europa-Spielen», sagte Steingruber. Mustafina sei unerreichbar gewesen, erzählte das Aushängeschild des Schweizerischen Turnverbands weiter. «Wir nennen sie nicht umsonst die 'Queen'. Das wird sie wohl auch immer bleiben.»

Nach einem Tag Pause stehen für Steingruber am Samstag drei Gerätefinals an. Sie sei zwar etwas müde, so die Ostschweizerin nach dem Mehrkampf-Final, «aber da will ich noch einmal alles geben und das Beste herausholen. Hoffentlich gibt es nochmals eine Medaille.» Vor allem am Sprung ist Steingruber eindeutig zu favorisieren. Nach Absprache mit ihrem Trainer Zoltan Jordanov wird sie deshalb erst kurzfristig vor dem Wettkampf entscheiden, ob sie neben dem Tschussowitina den Jurtschenko mit doppelter oder nur einer Schraube springen wird.

Serhani Neunter

Im Mehrkampf der Männer steigerte sich Taha Serhani enorm gegenüber der Qualifikation von Anfang Woche, als er nur knapp in den Final der besten 18 (nur ein Turner pro Nation) gerutscht war. «Ich war an den ersten zwei Tagen recht nervös, doch jetzt im Final fühlte ich mich sehr entspannt. Schlechter als in der Qualifikation konnte es ja fast nicht werden», sagte der 20-jährige Winterthurer. Mit dem Punktetotal von 84,098 klassierte er sich im 9. Rang. Gold ging überlegen an den Ukrainer Oleg Werniajew.