Neue Medaille und eine Ittiger Brücke für Cancellara

28 Monate nach dem olympischen Strassenrennen von Peking bekam Fabian Cancellara die Medaille umgehängt, die er verdient hat: Silber statt Bronze. Er wurde in einer feierlichen Zeremonie im Haus der Sports – mithin in seiner Wohngemeinde Ittigen – geehrt.

Nach der Disqualifikation des ursprünglich zweitplatzierten italienischen Dopingsünders Davide Rebellin konnte Cancellara aus den Händen von Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild mit erheblicher Verspätung die Silbermedaille empfangen.

«Es ist ein schönes Gefühl», sagte Cancellara nach der Ehrung und erwähnte zwei Dinge, die ihm besonders wichtig sind: die Gerechtigkeit und die Emotionen. «Die Gerechtigkeit hat jetzt gesiegt.» Und die ganz tollen Emotionen, die Freude über die Medaille, die Feiern und das ganze angenehme Drum und Dran habe er ja schon in Peking erleben dürfen. Leid tue ihm Alexander Kolobnew. Der Russe erfuhr in Peking mit dem vierten Platz eine sportliche Enttäuschung. «Dass er erst nachträglich Bronze bekommen hat, ist einfach nicht das Gleiche, wie wenn er schon an den Olympischen Spielen hätte feiern können.» In den Sportannalen wird Cancellara nun als Gold- (Zeitfahren) und als Silbermedaillengewinner (Strassenrennen) geführt.

Die Gemeinde Ittigen, vertreten durch Gemeindepräsident Beat Giauque, nutzte die Gelegenheit, um ihren 29-jährigen Sporthelden auf besondere Weise zu ehren. Ab sofort gibt es eine Fabian-Cancellara-Brücke. Es ist die stark frequentierte Fussgänger-Überführung, welche die Bahnstation Ittigen mit dem Talgut-Zentrum (und somit mit dem Haus des Sports) verbindet. Bereits seit längerem sind auf dem Weg von der Bahn ins Haus des Sports Goldplaketten im Boden eingelassen. In den Plaketten sind in chronologischer Folge die Namen der Schweizer Olympiasieger von den Anfängen bis heute eingraviert.

Eine weitere Ehrung für Cancellara hatte kantonalen Charakter. Gerhard Fischer, Präsident des bernischen Grossen Rates, zeichnete ihn als Berner Sportler des Jahres aus. (si)