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Mujinga Kambundji am EYOF Tampere 2009

Das Swiss Olympic Team und das Swiss Paralympic Team sind bereit für «London 2012»

Ittigen, 10. Juli 2012. An den Olympischen Spielen in London wird die Schweiz mit 102 Athletinnen und Athleten an den Start gehen. Die Selektionskommission von Swiss Olympic hat gestern die letzten Entscheide gefällt und 15 weitere Mitglieder für das Swiss Olympic Team 2012 selektioniert. Das Swiss Paralympic Team erwartet, mit rund 25 Athletinnen und Athleten an den Paralympics teilnehmen zu können.

In der Leichtathletik selektioniert Swiss Olympic Nicole Büchler (28, Stabhochsprung), Michelle Cueni (28, 4x100m Staffel), Jacqueline Gasser (22, 4x100m Staffel), Mujinga Kambundji (20, 4x100m Staffel), Irene Pusterla (24, Weitsprung), Clélia Reuse (23, 4x100m Staffel), Amaru Schenkel (24, 200m), Ellen Sprunger (25, 4x100m Staffel), Léa Sprunger (22, 200m/4x100m Staffel), Alex Wilson (21, 200m) sowie Noemi Zbären (18, 100m Hürden). Für Büchler wird es der zweite Start sein an Olympischen Spielen nach 2008. Alle anderen Athletinnen und Athleten erleben in London ihre olympische Premiere.

«Grenzfälle» entschieden

Die Selektionskommission hat gestern ausserdem in jenen Fällen entschieden, in denen die Athleten die Selektionskriterien nur teilweise erfüllt hatten: Die mit der Staffel selektionierte Ellen Sprunger wird in London auch im Siebenkampf an den Start gehen. Kariem Hussein (23) wird die Schweiz über 400m Hürden vertreten. Anja Nyffeler (19) und Pamela Fischer (24) starten als Duett im Synchronschwimmen. Der Sportschütze Patrick Scheuber (25) tritt mit der Luftpistole über 10 Meter an. Alle diese Athleten werden zum ersten Mal an Olympischen Spielen teilnehmen. Die Selektionskommission von Swiss Olympic gibt diesen jungen Athletinnen und Athleten im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2016 sowie dank ihres aktuell starken Formstandes und ihres grossen Leistungspotenzials in London eine Startgelegenheit.

Den Selektionsantrag von Swiss Tennis für Romina Oprandi hat die Selektionskommission abgelehnt. Dies gilt für den Fall, dass Oprandi vom internationalen Tennisverband ITF nachträglich noch ein Startplatz zugesprochen werden sollte.

Änderungen im Reiten und Fussball

Im Reiten vollzog Swiss Olympic auf Antrag des Schweizerischen Verbands für Pferdesport einen Tausch: Paul Estermann mit «Castlefield Eclipse» wurde aufgrund seiner starken Vorstellungen in den letzten Wochen zum Fixstarter befördert. Clarissa Crotta mit «West Side v Meerputhoeve» ist neu Ersatzreiterin. Bei der noch offenen Wahl ihres Pferdes haben sich Steve Guerdat für «Nino des Buissonnets» und Pius Schwizer für «Carlina IV» entschieden.

Im Fussball bestätigte die Selektionskommission von Swiss Olympic die Selektion von Oliver Buff, der anstelle von Granit Xhaka ins Team rückt. Xavier Hochstrasser ersetzt Valon Behrami, der von seinem Verein keine Freigabe erhielt.

Schweizer Delegation mit 102 Athletinnen und Athleten

Damit ist das Swiss Olympic Team 2012 komplett. Nach vier intensiven Jahren der Vorbereitung reisen 102 Athleten nach Grossbritannien. Die Selektionskommission von Swiss Olympic habe bei den Selektionsentscheiden die strengen Richtlinien grundsätzlich eingehalten und für fünf junge Athletinnen und Athleten im Hinblick auf Rio 2016 Ausnahmen gemacht, sagt Chef de Mission Gian Gilli. «Die Schweiz reist mit gut vorbereiteten und ambitionierten Athletinnen und Athleten an die Olympischen Spiele. Unsere Delegation hat Erfolgs- und Überraschungspotenzial, im positiven Sinne.» Um die strategische Vorgabe des Exekutivrats von Swiss Olympic erfüllen zu können – gefragt ist eine Rangierung unter den 25 besten Nationen nach Anzahl Medaillen – braucht es gemäss Gilli acht bis zehn Medaillen. «Dafür müssten aber sämtliche Schweizer Medaillenkandidaten im entscheidenden Moment wie einst Wilhelm Tell reüssieren», sagt der Chef de Mission in Anlehnung an den mit einem Pfeil durchstochenen Apfel, den die Athleten auf der offiziellen Bekleidung tragen. «Fünf bis sieben Medaillen zu gewinnen ist realistischer, und damit wären wir auch sehr zufrieden.»

Swiss Paralympic rechnet mit elf Medaillen

Rund zwei Wochen nach Abschluss der Olympischen Spiele beginnen am 29. August 2012 in London die bis zum 9. September dauernden Paralympics. Während zwölf Wettkampftagen werden mehr als 4000 paralympische Athletinnen und Athleten aus erwarteten 166 Nationen Wettkämpfe in 20 Sportarten austragen. Die Schweiz dürfte aufgrund der bisherigen Resultate im Radsport (Bahn/Strasse), Schiessen (Pistole), Bogenschiessen, Tischtennis, Rollstuhl-Tennis, Schwimmen und in der Leichtathletik vertreten sein. 17 Sportlerinnen und Sportler haben den A-Wert bereits erreicht.

Wie gross die Schweizer Delegation effektiv sein wird, vermögen Chef de Mission Ruedi Spitzli und sein Stellvertreter Christof Baer (Sportchef) noch nicht zu sagen. Die definitiven Selektionen werden am 6. August publiziert, da die Selektionsphase in einzelnen Disziplinen derzeit noch läuft. «Wir gehen von 23 bis 27 Athletinnen und Athleten aus», sagt das Führungsduo. Die gesamte Delegation wird 40 bis 45 Personen umfassen. Als hohes Ziel werden von der Teamleitung wiederum elf Medaillen vorgegeben. 2008 in Peking reichten dreimal Gold, zweimal Silber und sechsmal Bronze zu Rang 34 im Nationenklassement.