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Konstruktive Gespräche am Sitz des IOC in Lausanne

Die Nationalen Olympischen Komitees von Israel und Palästina trafen sich in Lausanne

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Donnerstag in Lausanne zum ersten Mal die Nationalen Olympischen Komitees von Israel und Palästina zu einem Treffen empfangen. Die Palästinenser sollen ihren Traum – an den Olympischen Spielen in London teilzunehmen – realisieren können.

Die beiden Nationalen Olympischen Komitees (NOK) hatten infolge des Besuchs von IOC-Präsident Jacques Rogge im Nahen Osten von vergangenem Oktober akzeptiert, sich am Sitz des IOC in Lausanne zu treffen. Ziel des Treffens war, verschiedene sportliche Belange der beiden Länder zu diskutieren.

Freier Reiseverkehr für palästinensische Sportler

Wie das IOC in einer Pressemitteilung informierte, verlief das Treffen unter der Leitung des IOC in einem «sehr konstruktiven und kooperativen» Rahmen. Reichlich diskutiert wurde über den freien Reiseverkehr von palästinensischen und ausländischen Athleten, Trainern, Offiziellen sowie von ihrem Sportmaterial – die beiden NOK’s konnten in dieser Frage eine Übereinkunft finden. Weiter wurde entschieden, dass die zwei Komitees in einem zweiten Schritt die Schwierigkeiten, mit denen sie momentan konfrontiert sind, evaluieren werden und sie zusammen konkrete Vorschläge sowie ein System erarbeiten werden, das ihnen helfen soll, ihre Situation zu verbessern. Erst dann sollen sie sich an ihre jeweilige Regierung wenden.

Langfristige Entwicklungsstrategie für palästinensischen Sport

Die Massnahmen, um die Entwicklung des palästinensischen Sports zu unterstützen, waren ebenfalls ein wichtiger Punkt, der beim Treffen auf dem Programm stand. Das IOC bekräftigte, Experten einzusetzen, die eine langfristige Entwicklungsstrategie für den palästinensischen Sport erarbeiten werden – mit dem Ziel, nicht nur den Athleten zu helfen, sondern auch den Trainern sowie den Sportmanagern, und Mittel zu finden, um den Sport sowie dessen Werte auf lokaler Stufe bestmöglich fördern zu können.

Trainingsmöglichkeiten für palästinensische Athleten

Kurzfristig wird die Hilfe für die palästinensischen Athleten im Mittelpunkt stehen, damit sie ihren Traum – an den Olympischen Spielen in London nächstes Jahr teilzunehmen – realisieren können. In dieser Hinsicht haben die Repräsentanten des Israelischen Olympischen Komitees angedeutet, dass sie bereit sind, den palästinensischen Athleten Trainingsmöglichkeiten zu gewähren.

Auch die Frage über die Teilnahme der israelischen Athleten an internationalen Wettkämpfen wurde am Treffen aufgeworfen. Alle Anwesenden äusserten ihren Willen, nach ihren Möglichkeiten ihren Einfluss einzusetzen, um diese Frage mit den betreffenden Parteien zu regeln.

Am Treffen anwesend waren neben Jacques Rogge, der das Treffen eröffnete, Christophe de Kepper, Kabinettschef des IOC, und Pere Miró, der Leiter des Departements, das für die Beziehungen der NOK’s zuständig ist. Von der israelischen Delegation waren der Präsident und der Generalsekretär des Israelischen Olympischen Komitees, Zvi Varshaviak und Efraim Zinger, anwesend. Von der palästinensischen Delegation nahmen der NOK-Präsident, Jibril Rajoub, sowie Khalid El-Yazij, Direktor Internationale Beziehungen des NOK, Tanya Jaar vom Palästinensischen Fussballverband, und Jérôme Champagne, Berater der palästinensischen Regierung zur Entwicklung im Sport sowie zum Fussball, am Treffen teil. (Text: IOC; Übersetzung: Swiss Olympic)