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Matthias Kamber, Direktor Antidoping Schweiz

Dopingprävention hinsichtlich «London 2012»: Schweizer Olympiateilnehmer im Test

Erstmals werden im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele in London 2012 alle Schweizer Olympiateilnehmer und deren Betreuer ihr Wissen zur Dopingprävention anhand eines Quiz belegen müssen. Mit dieser Kooperation zwischen Swiss Olympic und Antidoping Schweiz erfüllen die beiden Partner einerseits neue Bestimmungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), andererseits unterstreichen sie ihre unmissverständliche Haltung im Kampf gegen Doping.

Swiss Olympic und Antidoping Schweiz gehen in der Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele in London eine neuartige Kooperation in der Dopingprävention ein. Alle Schweizer Olympiateilnehmer, sowie deren Betreuer werden mit verschiedenen Angeboten, Aktionen und Auflagen hinsichtlich jener spezifischen Anforderungen in Sachen Dopingbekämpfung geschult, die sie vor Ort im olympischen Dorf und an den Wettkämpfen erwarten werden.

Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz, erklärt: «Das IOC verlangt von den nationalen Olympischen Komitees einen Nachweis, dass alle nach London entsandten Athletinnen und Athleten über ein bestimmtes Mass an Wissen zur Dopingbekämpfung verfügen. Wir bieten Swiss Olympic mit unserem Expertenwissen gerne Hand, um diese Auflage zu erfüllen.»

Im Mittelpunkt der Kooperation steht ein Online-Quiz mit sieben kniffligen Fragen zu Medikamenten, Dopingkontrollablauf, Meldepflichten oder Nahrungsergänzungsmitteln. Bis zu ihrer Abreise nach London werden alle Olympiateilnehmer und deren Betreuer dieses Quiz ausfüllen müssen.

In der Klasse Laser Standard Herren hat «Swiss Sailing Team» keinen Athleten zur Selektion beantragt, obwohl die Schweiz in dieser Bootsklasse über einen Quotenplatz verfügt. Kein Schweizer Athlet hatte die Selektionskriterien von Swiss Olympic erfüllt.

Kerstin Warnke neue Chief Medical Officer

Die Funktion der Chief Medical Officer Swiss Olympic nimmt für die Schweizer Olympiadelegation 2012 erstmals Kerstin Warnke (Foto) wahr. Für Kerstin Warnke ist die Kooperation mit Antidoping Schweiz «ein unmissverständliches Zeichen, dass wir keine gedopten Schweizer Athleten in London riskieren werden. Wir von Swiss Olympic setzen dabei primär auf eine eingehende Information aller Athleten und Betreuern. Alle Medikamente und medizinisch-therapeutischen Gerätschaften müssen im Vorfeld deklariert und geprüft werden. Wir leisten gerne unseren Beitrag an saubere Spiele.»

Mobile Hilfsmittel im Dienste der Athleten

Nebst dem besagten Quiz sind weitere begleitende Massnahmen geplant, wie zum Beispiel ein Infostand von Antidoping Schweiz anlässlich der offiziellen Kleiderabgabe oder die Bekanntmachung zusätzlicher Hilfsmittel im Dienste der Athleten. Schliesslich bietet Antidoping Schweiz seit rund einem halben Jahr eine mobile Version der Schweizer Medikamentendatenbank für Smartphones und Tablets an. Die App wird rege genutzt, davon zeugen die mittlerweile über 11‘000 Downloads. Mittels dieser Gratis-App namens «Antidoping Switzerland» können alle auf dem Schweizer Markt zugelassenen Arzneimittel auf allfällige, darin enthaltenen Dopingsubstanzen überprüft werden.

Doch wie soll man sich als Sportler verhalten, wenn man unverhofft und akut im Ausland Medikamente benötigt? Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2012 bietet UKAD – die britische Version von Antidoping Schweiz – die Website www.globaldro.com an. Darauf sind alle in England erhältlichen Medikamente, respektive deren Inhaltstoffe, gemäss ihrem Status auf der Dopingliste in einer Datenbank erfasst. Somit soll und kann auch in London vor jedem Medikamentenkauf eine individuelle Überprüfung stattfinden.

Fortan können von den Sporttreibenden nicht nur Medikamente mobil verifiziert werden. Neuerdings haben die Schweizer Top-Athletinnen und -Athleten ebenso die Möglichkeit, die von ihnen geforderten Meldungen zu Aufenthaltsorten bequem und jederzeit via Smartphone oder Tablet einzureichen. Für die sogenannten «Whereabouts» hat Antidoping Schweiz eigens eine mobile Version ihrer bereits existierenden Web-Version entwickelt.

Schliesslich erfüllen Swiss Olympic und Antidoping Schweiz mit dieser umfangreichen Kooperation einerseits neue Bestimmungen des IOC im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 2012 in London, andererseits unterstreichen sie gemeinsam ihre unmissverständliche Haltung im Kampf gegen Doping. (Text: Antidoping Schweiz, mkr)