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Giulias Versöhnung mit London 2012

Ganz überwunden hat Giulia Steingruber den Frust über das Verpassen des Gerätefinals am Sprung noch nicht. Doch vier Tage nach dem missglückten Olympia-Debüt konnte sich die 18-jährige Ostschweizerin dank einer guten Leistung im Mehrkampffinal mit London 2012 versöhnen.

Giulia Steingruber rehabilitierte sich mit Rang 14 im Mehrkampffinal für den enttäuschenden Qualifikationswettkampf. Ihr gelang im Final der besten 24 Mehrkämpferinnen ein sturzfreier Wettkampf. Am Boden wollte sie es nach dem Hinfaller am Sonntag zu gut machen, was in einen Abzug wegen Übertretens mündete. Auch die Landung beim Tschussowitina am Sprung war nicht ideal.
Dennoch erreichte Steingruber mit dem 14. Platz das zweitwertvollste Resultat ihrer jungen Karriere.

Bestes Mehrkampf-Resultat einer Schweizerin

Nur die Mitte Mai an den Europameisterschaften in Brüssel errungene Bronzemedaille am Paradegerät ist höher einzustufen als die heutige Leistung. Und nie hat eine Schweizer Kunstturnerin auf der Olympia-Bühne ein besseres Mehrkampf-Resultat abgeliefert. Der 9. Platz von Romi Kessler 1984 in Los Angeles kam in Abwesenheit der Ostblock-Nationen zustande; Ariella Kaeslin belegte vor vier Jahren in Peking den 18. Rang.

Dennoch hätte Steingruber für einmal gerne mit ihrer Vorgängerin getauscht. Denn für Kaeslin war der Mehrkampffinal in Peking lediglich ein Dessert vor dem Hauptgang. Zwei Tage später wurde die Luzernerin im Sprung-Final Fünfte - und Ende Jahr erstmals Sportlerin des Jahres.

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Der zweite Auftritt als Belohnung

Als erste Ersatzturnerin bereitet sich zwar auch Steingruber auf den Sonntag vor. Sie käme zum Einsatz, wenn sich eine der acht Qualifizierten verletzen sollte. «Ich hätte sicher nichts dagegen, wenn ich doch noch einmal turnen könnte. Aber eine Verletzung wünscht man natürlich niemandem.» Steingruber sah schon den zweiten Auftritt als Belohnung an. «Ich turne ja wirklich extrem gerne.»