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Das Olympiastadion von London im März 2011

«London 2012»: modernste Architektur für neue Stadien

Im Olympiastadion von London wurde Ende März 2011 das letzte Stück Rasen verlegt. Damit sind die Bauarbeiten am neuen Stadion im Süden des Olympiaparks abgeschlossen. Auch die anderen neuen Spielstätten im «Olympic Park» nehmen langsam Form an.

Im Mai 2008 begannen im Süden des Olympiaparks die Bauarbeiten am Olympiastadion. Fast drei Jahre später, am 29. März 2011, war es schliesslich soweit: Das letzte Stück Rasen wurde verlegt und die Bauarbeiten am neuen Stadion damit fristgerecht beendet. Nun fehlt nur noch der Belag auf der Leichtathletikbahn – dieser wird auch noch 2011 verlegt. Insgesamt werden für die Olympischen Spiele in London 2012 im Olympiapark neun neue Spielstätten gebaut. Sie werden entweder nach den Spielen weiter genutzt werden oder aber wieder abgebaut, wenn eine nachhaltige Nutzung nicht garantiert werden kann.

«Olympic Stadium»: nach Olympia ein Fussballstadion

80'000 Zuschauer werden im Olympiastadion die Eröffnungs- und Schlussfeier sowie die Leichtathletikwettkämpfe von «London 2012» verfolgen können. Nach den Sommerspielen werden die Fussballer von West Ham United im «Olympic Stadium» kicken. Der Londoner Rivale Tottenham Hotspur hatte sich ebenfalls um die Stätte bemüht. Er scheiterte jedoch mit seinem Plan, das Olympiastadion nach den Spielen abzureissen und anschliessend eine «richtige» englische Fussballarena ohne Leichtathletikbahn zu errichten, an den Nachhaltigkeitskriterien des LOCOG.

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Die Zuschauerzahl des Olympiastadions wird nach den Spielen voraussichtlich auf rund 60'000 Zuschauer reduziert. Das Stadion zu verkleinern wird problemlos möglich sein, da 55'000 der 80'000 Plätze auf einer leichten Stahl- und Betonkonstruktion angebracht sind, die nach den Olympischen Spielen wieder abgebaut werden kann. Denn für ein weiteres Riesenstadion neben Wembley und Co. ist selbst die englische Metropole zu klein.

«Aquatics Centre»: Eingangstor zum Olympia-Park

Ein spektakulärer Bau ist auch das «Aquatics Centre» im Südosten des Olympiaparks. Entworfen hat es die britische Stararchitektin Zaha Hadid. Alleine das charakteristische, 160 Meter lange und 80 Meter breite Wellendach wiegt 2800 Tonnen.

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Digitales Modell der Dachstahlkonstruktion des «Aquatics Centre»

Im «Aquatics Centre» werden die Schwimmwettkämpfe stattfinden. Gleichzeitig bildet es das Eingangstor zum «Olympic Park»: Rund zwei Drittel aller Besucher werden über die Brücke, die über einen Teil des Stadions führt, in den Park gelangen.

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Grafische Darstellung des «Aquatics Centre»

Auch im «Aquatics Centre» wird während der Olympischen Spiele ein Provisorium für zusätzliche Sitzplätze sorgen: Die Zuschauerzahl wird damit von 2500 auf 17'500 erhöht. Die permanente Konstruktion mit dem imposanten Wellendach wird nach den Spielen der lokalen Bevölkerung und für weitere Elite-Schwimmwettkämpfe zur Verfügung stehen.

«Velodrome»: schnellste Radrennbahn der Welt?

Im Februar wurde das nicht minder spektakuläre «Velodrome» fertiggestellt, wo die Radbahnprofis um Olympiamedaillen kämpfen werden.

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Das «Velodrome» im März 2011

26 Schreiner waren acht Wochen lang im Einsatz, um die Bahn aus sibirischem Nadelholz anzufertigen. 350'000 Nägel schlugen sie in die 56 Kilometer Holzriemen der – laut Organisatoren – schnellsten Radrennbahn der Welt.

BMX-Strecke: bereits kopiert, obwohl sie noch gar nicht existiert

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Rund um das Velodrome wird momentan die 400 Meter lange BMX-Strecke gebaut. Im «Papendal National Sport Centre» in Holland ist man in dieser Hinsicht London mindestens einen Schritt voraus: Hier hat man die olympische BMX-Strecke, die in London noch gar nicht existiert, bereits «kopiert». Mit der Olympiastrecke im eigenen Land sollen sich die niederländischen BMX-Hoffnungen optimal auf «London 2012» vorbereiten können. Die Konstrukteure aus Holland hoffen nun, dass ihre Strecke jener Londons auch tatsächlich nahe kommen wird. Der «BMX Circuit» in London soll im Sommer 2011 fertig sein – dann werden die Niederländer wissen, wie gut ihnen die «Kopie» gelungen ist.