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Longlist mit 50 Kandidaten fürs olympische Fussballturnier eingereicht

Der Schweizer Fussball-Verband (SFV) hat bei Swiss Olympic die Longlist mit den 50 Olympia-Kandidaten eingereicht. Zum provisorischen Sichtungskader gehört auch Diego Benaglio (28). Der Goalie der Nationalmannschaft dürfte in der Sommerpause zur Verfügung stehen.

Eine Zusage von Wolfsburg liegt noch nicht vor. «Aber er gehört zu den 50 Spielern, die wählbar sind», erklärte SFV-Direktor Peter Knäbel. Jeder vom Feld der möglichen Olympia-Teilnehmer – zwölf haben die U23-Alterslimite überschritten – hat mit dem Verband eine Vereinbarung unterzeichnet, im Falle einer Freigabe des Klubs beim Turnier in Grossbritannien (26. Juli bis 11. August) zur Verfügung zu stehen.

Zum gegenwärtig weit gefassten Kreis gehören neben Benaglio mit Teamkollege Ricardo Rodriguez, Philippe Senderos (Fulham), Admir Mehmedi (Kiew), Valon Behrami (Fiorentina), den Baslern Xherdan Shaqiri, Valentin Stocker, Granit Xhaka und Fabian Frei acht Spieler vom erweiterten Stamm der Nationalmannschaft. Dazu kommen Keeper Marco Wölfli (YB) und die Basler Nummer 1 Yann Sommer. Sie alle sind zurzeit aber nur Optionen.

Seit Februar hat der SFV unter der Leitung von U21-Coach Pierluigi Tami mit den betroffenen Vereinen im In- und Ausland intensive Gespräche geführt. Zum Problem könnte vor allem werden, dass die Klubs der Axpo Super League bereits Mitte Juli (14./15.) zur neuen Saison starten und während den Sommerspielen schon die ersten Europacup-Runden zu bestreiten haben.

Der FC Basel wird während der Champions-League-Qualifikation kaum auf Stammkeeper Sommer verzichten. «Wir müssen uns auf Kompromisslösungen vorbereiten», formuliert Tami die komplizierte Sachlage diplomatisch. Ihm ist schon jetzt klar, «dass mir sicher nicht vier Basler zur Verfügung stehen werden». Benaglios Interesse an Olympia kommt ihm deshalb natürlich gelegen.

Vor allem national sind Konflikte programmiert. Die Swiss Football League (SFL) beispielsweise wird die Spiele der Europacup-Teilnehmer nicht verschieben. «Da gibt es absolut keinen Spielraum», stellte der SFL-Manager Edmond Isoz klar. In England, Deutschland und Italien kommt es für die Schweizer Olympia-Probables nicht zu Terminkollisionen: Der erste Spieltag ist in diesen Meisterschaften erst am 25. August angesetzt.

Tami will Klarheit schaffen

Spätestens bis zum 6. Juli wird die Liste auf 18 Spieler (plus vier Pikett-Spieler) reduziert. Coach Pierluigi Tami wird bis dahin weiter für eine kompetitive Auswahl einsetzen: «Wir sind auf den Support aller Beteiligter angewiesen.» Der Tessiner plant, bis im Juni Klarheit zu schaffen und die Feinplanung einleiten zu können.