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«Fisht Olympic Stadium» während der Eröffnungsfeier

Höchstleistung, Freundschaft, Respekt

Im letzten Rennen gab es an den Paralympischen Spielen für die Schweiz doch noch eine Medaille: Der Berner Oberländer Christoph Kunz holte letzten Samstag Gold im Riesenslalom. Mit dem Ende der Paralympics ist «Sochi 2014» Geschichte. Wir erinnern uns an ein paar schöne Olympiamomente.

Mehr als Sieg und Niederlage

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Ursina Haller

«Die olympische Bewegung und die damit verbundenen Werte von Höchstleistung, Freundschaft und Respekt sind inspirierend, und die Vorstellung der Spiele als nationenverbindendes Sportfest motiviert», schrieb Snowboarderin Ursina Haller im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sotschi in ihrem NZZ-Blog. «Endlich ein Ereignis, das dem sportlichen Tun einen Gehalt verleiht, der weiter greift als blosses körperliches Kräftemessen, ein Ereignis auch, das Wertvorstellungen vermittelt, die über Sieg und Niederlage hinausgehen.»

Der Olympiasieger gratuliert dem Letzten

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Dario Cologna

Dario Cologna holte am 14. Februar überlegen Gold über 15 Kilometer klassisch und wartete im Ziel fast 30 Minuten lang auf den letzten Athleten, um ihm zu seiner Leistung zu gratulieren: Roberto Carcelen aus Peru wurde 87., feierte seinen Zieleinlauf, als hätte er gewonnen, und freute sich über den herzlichen Empfang durch den Olympiasieger.

Die Russen mit dem Schweizerkreuz

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NOC-Assistants

Unsere russischen NOC-Assistants – so werden jene Volunteers genannt, welche die einzelnen nationalen Delegationen betreuen – machten sich mit Schweizerfahnen ins Stadion auf, als unsere Hockeyanerinnen im Viertelfinal gegen die Russinnen antraten. Sie jubelten mit uns, als sich die Schweizer Nati mit einem 2:0-Sieg fürs Bronzespiel gegen Schweden qualifizierte.

House of «SWIT-ZER-LAND, SWIT-ZER-LAND, …»

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Das House of Switzerland während der Medaillenfeier von Patrizia Kummer und Nevin Galmarini

Das House of Switzerland im Olympic Park war ein Treffpunkt für Sportler und Fans aus aller Welt, um gemeinsam zu feiern. Insbesondere die Kanadier kamen nach Eishockeyspielen zahlreich vorbei – und skandierten irgendwann nicht mehr «CA-NA-DA, CA-NA-DA», sondern «SWIT-ZER-LAND, SWIT-ZER-LAND, …». Gemeinsam mit den amerikanischen und russischen Eishockeyfans, die ebenfalls anwesend waren, feierten die Kanadier die Schweizer Gastfreundschaft, bis es Schokolade vom Himmel regnete …

Hier gibt’s den Augenzeugenbericht (in Englisch).

Excellence and Respect

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Die Volunteers feiern den Schweizer mit russischen Wurzeln im Zielraum

Iouri Podladtchikov setzte im Olympiawettkampf alles auf eine Karte und stand den YOLO-Flip, seine Eigenkreation mit doppeltem Rückwärtssalto und vierfacher Schraube. Damit liess er alle anderen – auch Überflieger Shaun White (vierter Rang) – hinter sich und gewann verdient Gold.

Im Interview spricht der Halfpipe-Olympiasieger über den Respekt, den er seinem grossen Kontrahenten Shaun White entgegenbringt (Interview in Englisch). Ohne ihn, so Podladtchikov, wäre der Snowboard-Sport – und damit auch er selbst – niemals dorthin gelangt, wo er jetzt sei. Dank Persönlichkeiten wie White, die stets die Herausforderung suchten, gebe es immer wieder neue sportliche Höchstleistungen, welche die Welt in Staunen versetzten.

Im Dreierbob an die Fasnacht

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Der Dreierbob

Bei den drei Kindern auf dem Bild war die Vorfreude auf die Spiele so gross, dass sie Anfang Februar im olympischen Dreierbob an die Fasnacht reisten – notabene in Oberglatt. Vielleicht waren sie es, die Beat Hefti und Alex Baumann den Weg zu Silber ebneten, denn schliesslich haben sie einen engen Bezug zu Sotschi: Ihre Mutter Natalia, die uns das Foto zuschickte, kommt ursprünglich aus der Olympiastadt am Schwarzen Meer.

Roger Federer fieberte mit

Unsere Delegation war mit insgesamt elf Medaillen in Sotschi sehr erfolgreich. Die Begeisterung hierzulande war dementsprechend gross. Selbst die Stars fieberten mit den Stars mit, zum Beispiel Roger Federer, Giulia Steingruber und Fabian Cancellara. Letzterer fand auch tröstende Worte für Lara Gut, die nach der Abfahrt enttäuscht war.

Olympioniken strahlen in der Heimat

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Fans in der Klotener Ruebisbachhalle

In der Heimat geniessen Olympioniken eine immense Strahlkraft. Rund 500 Fans machten am 24. Februar in der Klotener Ruebisbachhalle Stimmung und wurden nicht müde, bis ihre Stars mit drei Stunden Verspätung um 22:00 Uhr endlich eintrafen. Unter ihnen viele Kinder, die erfolgreich gegen den Schlaf kämpften, um ihre Idole zu empfangen. Und die Trychler aus dem Engadin, dem Wallis und dem Appenzellerland. «Man hört, dass sie gut geübt haben», sagte Biathletin und Silbermedaillen-Gewinnerin Selina Gasparin im tosenden Lärm zu Steffi Buchli und lachte.

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Die olympischen Ringe in Engelberg

Goldmedaillengewinnerin Dominique Gisin wurde in Engelberg mit riesigen olympischen Ringen empfangen, die ihre Anhänger in den Schnee gezeichnet hatten. Und den Dorfeingang von Mühlebach, wo die Walliser Snowboard-Olympiasiegerin Patrizia Kummer wohnt, schmückt nun das Schild «Patrizia Kummer Platz».

Völkerverständigung und Solidarität

Selbstverständlich können Olympische Spiele nicht den Weltfrieden herbeiführen. Aber indem sie Athleten und Fans aus aller Welt zusammenbringen, leisten sie gewiss ihren Beitrag zu Solidarität und Völkerverständigung. Viele Schulen weltweit lancieren im Vorfeld Olympischer Spiele Projekte rund um die olympische Bewegung – so auch die Edgar Elementary School in Wisconsin, USA, wo jede Klasse eines der klassischen Wintersportländer näher kennenlernte. Die Fünftklässler befassten sich intensiv mit der Schweiz und schrieben Glückwunschkarten ans Swiss Olympic Team. Snowboarderin Stefanie Müller freute sich ganz besonders über den Beitrag von Norah und Michelle.

Olympic Spirit Magazine

Höchstleistung, Freundschaft und Respekt sind die olympischen Kernwerte. Swiss Olympic bietet unter dem Namen «Olympic Spirit» verschiedene Lehrmittel und Magazine an, die anhand spannender Themen rund um den Sport die Sozialkompetenz von Kindern und Jugendlichen fördern.