Ammann der König der Lüfte

Simon Ammann ist der König der Lüfte. Der Toggenburger flog auf der Grossschanze überlegen zu seinem vierten Olympiasieg.

Ammann segelte auf 144 m und 138 m und stellte in beiden Umgängen die klare Bestweite auf. Der Pole Adam Malysz und der Österreicher Gregor Schlierenzauer, die wie schon auf der kleinen Schanze die Ränge zwei und drei belegten, hatten nicht den Hauch einer Chance.

Der Schweizer flog im ersten Umgang so weit, dass er keine Telemark-Landung setzen konnte und aufpassen musste, dass er nicht in den Schnee griff. Die Stilnoten fielen deshalb bescheiden aus. Vor dem Finaldurchgang betrug der Vorsprung auf Malysz umgerechnet "nur" 3,5 Meter. Doch in der Reprise blieb der Toggenburger cool und zeigte nicht das geringste Anzeichen von Unsicherheit oder Nervosität. In Salt Lake City 2002 hatte er seinen Doppelschlag als Leichtgewicht vollbracht, das wie ein Blatt im Wind zu Tal segelte. Acht Jahre später ist er als austrainierter Athlet erneut einer der Olympiastars.

Ammann ist der erste Schweizer mit vier Olympia-Goldmedaillen. Und auch die Rekordlisten der Skispringer müssen umgeschrieben werden. Ammann hat Vreni Schneider als erfolgreichste Schweizer Olympionikin abgelöst. Die Skikönigin aus Elm gewann zwischen 1988 und 1994 dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. Ausser Ammann und Schneider stand niemand aus der Schweiz mehr als zweimal zuoberst auf einem Olympia-Podest.

Ammann darf man nun aber auch in einem Atemzug mit Matti Nykänen, dem grössten Skispringer aller Zeiten, nennen. Beide haben vier Olympiasiege eingeflogen, wobei Nykänen sein letztes Gold mit der Mannschaft gewann. Im Vergleich der olympischen Einzelerfolge schneidet Ammann besser ab. Nykänen holte 1984 Gold und Silber und vier Jahre später zweimal Gold.

Weltmeister Andreas Küttel musste sich mit Rang 24 bescheiden (121,5/119,5). Comebaker Janne Ahonen, der seine erste Olympia-Einzelmedaille anstrebte, war nach dem 1. Durchgang 16. und trat im Finaldurchgang nicht mehr an.

Schlussklassement: 1. Ammann 283,6 (144 m/138 m). 2. Malyzs 269,4 (137/133,5). 3. Schlierenzauer 262,2 (130,5/136). 4. Andreas Kofler (Ö) 261,2 (131,5/135). 5. Thomas Morgenstern (Ö) 246,7 (129,5/129,5). 6. Michael Neumayer (De) 245,5 (130/130). 7. Antonin Hajek (Tsch) 240,6 (128/129). 8. Noriaki Kasai (Jap) 239,2 (121,5/133). 9. Robert Kranjec (Sln) 233,7 (118,5/135,5). 10. Wolfgang Loitzl (Ö) 230,3 (129,5/121,5).

11. Tom Hilde (No) 227,9 (124/126,5). 12. Anders Jacobsen (No) 226,4 (128/122,5). 13. Emmanuel Chedal (Fr) 225,5 (118,5/131,5). 14. Kamil Stoch (Pol) 224,1 (126/123,5). 15. Johan Remen Evensen (No) 223,6 (123,5/126). - Ferner. 24. Küttel 204,9 (121,5/119). 26. Matti Hautamäki (Fi) 202,4 (134/104).