Simon Ammann fliegt zu Gold und in die Historie

Simon Ammann schrieb in Vancouver Schweizer Sportgeschichte. Der Toggenburger gewann auf der Normalschanze überlegen sein drittes Olympiagold.

Der Top-Favorit hielt dem Druck stand. Mit den Bestweiten von 105 und 108 Metern deklassierte Ammann die Konkurrenz und verwies Adam Malysz (Pol) und Gregor Schlierenzauer auf die weiteren Podestplätze. Der Weltcup-Leader gewann mit 7 Punkten Vorsprung, beim Springen vom kleinen Bakken eine halbe Weltreise.

Der 28-jährige St. Galler zeigte ausgerechnet im Finaldurchgang, als es um Alles oder Nichts ging, seinen besten Sprung. Schlierenzauer mit 106,5 und Malysz mit 105 m hatten für den Schweizer die Messlatte hoch angelegt. Doch Ammann blieb cool und setzte sogar noch bei 108 Metern eine Telemarklandung. Auffallend war, dass der Schweizer einen überraschend hohen Speed in der Anlaufspur aufbaute. Neben der Nervenstärke und der perfekten Technik war dies sicher einer der Schlüssel zum Erfolg.

Die dritte Goldmedaille nach seinem Gold-Rush vor acht Jahren in Salt Lake City macht Ammann zum zweiterfolgreichsten Schweizer Wintersportler an den Olympischen Spielen. Er reiht sich hinter Vreni Schneider ein, die dreimal Gold und je eine silberne und bronzene Medaille gewann. Ammann flog an Bobfahrer Gustav Weder vorbei, der zweimal Gold und je Silber und Bronze nach Hause brachte. Der Harry Potter von Salt Lake City, damals noch ein Leichtgewicht, gewann nun als austrainierter Athlet die 299. Medaille für die Schweiz an Sommer- und Winterspielen. Es ist die 84. in goldener Farbe.

Ammann ist auch aus internationaler Sicht einer der Grössten. Nicht bloss, weil er an der ersten von 86 Entscheidungen bei Vancouver 2010 speziell im Rampenlicht stand. Gemessen an den Einzelmedaillen ist der Bauernbub aus dem Toggenburg im Skispringen mit dreimal Gold nun die Nummer 2 hinter Matti Nykänen. Der exzentrische Finne hatte 1984 und 1988 drei Goldene und eine Silberne eingeflogen. Ammann winkt nun in einer Woche bei der Entscheidung von der Grossschanze sogar die Chance, Nykänen als Leader abzulösen.

Mit einer bitteren Enttäuschung endete hingegen der Einsatz von Grossschanzen-Weltmeister Andreas Küttel. Der Einsiedler verpasste mit 94 Metern den Finaldurchgang (35.). (si)