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Olympic Park

Olympic Park: neue Infrastruktur für armes East London

Die Arbeiten für «London 2012» sind längst in vollem Gang. Seit Sommer 2008 bauen Tausende von Arbeitern in einem der ärmsten Quartiere der englischen Hauptstadt den Olympic Park. Auf zweieinhalb Quadratkilometern entstehen inmitten ausgiebiger Grünflächen neue Spielstätten und das Olympic Village, in dem während der Olympischen Spiele 17'000 Athleten und Betreuer wohnen werden.

357 Fussballfelder gross

Der Olympic Park wird zweieinhalb Quadratkilometer gross – dies entspricht einer Fläche von 357 Fussballfeldern. Gebaut wird er im Lower Lea Valley im Osten Londons.

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Die Bauarbeiten im Olympic Park im Februar 2011

Einst eine ländliche Gegend, kamen infolge der Industrialisierung nach 1800 arme Leute und Immigranten nach East London. Innerhalb eines Jahrhunderts wurde das Gebiet zum Inbegriff von Überbevölkerung, Armut und Kriminalität.

Dieser Ruf begleitet das so genannte East End bis in die Gegenwart, und der Wegzug vieler Industriefirmen in den letzten Jahrzehnten hat Landflächen hinterlassen, die seither brachliegen. Der Osten Londons hat sich aber dank seiner Freiräume und seiner kulturellen Vielfalt in den letzten Jahren zum pulsierenden Stadtteil und beliebten Ausgehviertel gemausert. So sagt Roger Mosey, Verantwortlicher für «London 2012» bei BBC und daher bereits jetzt häufig in East London unterwegs, in seinem Blog: «Es war eine Art Offenbarung – und ist nun eine Freude –, Zeit an dem Ort zu verbringen, wo nächstes Jahr Olympia stattfinden wird. Wenn ich dies meinen Freunden und Kollegen erzähle, befremdet viele bereits der Gedanke, das East End zu mögen.»

Über die Olympischen Spiele hinausdenken

Dank den Olympischen Spielen wird das heruntergekommene Gebiet im Lower Lea Valley nun aufgewertet. Auf ehemaligem Industrieland entsteht der Olympic Park: Das Olympic Stadium, das 80’000 Zuschauern Platz bieten wird, das Olympic Village, wo im Sommer 2012 über 17'000 Athleten und Betreuer wohnen werden, weitere Wettkampfstätten und die notwendige Infrastruktur für den öffentlichen Verkehr, die Presse und vieles mehr. Umgeben wird das Ganze von riesigen Grünflächen: 4000 Bäume werden neu gepflanzt und der englische Rasen spriesst an einigen Orten bereits heute.

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Luftaufnahme des Olympic Village im Februar 2011…

Neue Wohnungen, Sportanlagen und Grünflächen

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…und so soll es im Sommer 2012 aussehen.

Bei der gesamten Planung und Umsetzung von «London 2012» steht die Nachhaltigkeit im Zentrum. So wird nach den Spielen die Infrastruktur umgenutzt. Es entstehen neuer Wohnraum, Naherholungszonen und Sportanlagen für die ansässige Bevölkerung. Die 2500 Wohnungen des Olympic Village werden verkauft respektive vermietet, davon die Hälfte als Sozialwohnungen.

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Innenansicht der Wohnungen im Olympic Village

Was an Spielstätten nicht mehr gebraucht wird, wird abgebaut. So zum Beispiel das Basketball-Stadion. Möglich ist, dass es an den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro wieder zum Einsatz kommt.

Bis 2020

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Das Provisorium der Basketball-Arena im Februar 2011

Erstmals sind die Bauarbeiten für die Olympischen Spiele Teil eines riesigen Gesamtprojektes: Geplant ist, ungenutzte und verfallene Teile East Londons bis 2020 wieder komplett zu erschliessen. Durch umfassende Massnahmen soll die Lebensqualität der multikulturellen Bevölkerung im Osten Londons nachhaltig verbessert werden. Der Bau des Olympic Park gehört damit seit Beginn der Arbeiten im Sommer 2008 zu den grössten Erneuerungsprojekten Europas.