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«Stopp Homophobie im Sport»

Das russische Anti-Homosexuellen-Gesetz war in den vergangenen Monaten ein viel diskutiertes Thema. Aber auch hierzulande ist die Homophobie nach wie vor traurige Realität – wenn nicht auf gesetzlicher, so doch auf gesellschaftlicher Ebene.

Kurz vor der Eröffnungsfeier von «Sochi 2014» sprach UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon an der IOC-Generalversammlung. Dabei verurteilte er die Homophobie mit scharfen Worten: «Wir alle müssen unsere Stimme erheben gegen Attacken gegen Lesben, Schwule, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Menschen. Wir müssen uns gegen die Verhaftungen, Gefängnisstrafen und diskriminierenden Einschränkungen wehren, die ihnen drohen», sagte er am Donnerstag vor der Eröffnungsfeier. Damit kritisierte er indirekt auch das russische Anti-Homosexuellen-Gesetz, das seit mehreren Monaten international für grosse Empörung sorgt.

Der russische Gesetzesartikel 6.2, der es verbietet, in Gegenwart von Minderjährigen positiv über Homosexualität zu sprechen, ist eine Diskriminierung von nicht-heterosexuellen Menschen. Er steht im Widerspruch zu den sportlichen Werten in der Schweiz – und jenen der olympischen Bewegung. Ein Boykott der Spiele hätte allerdings die Falschen bestraft, nämlich die Athletinnen und Athleten, die sich jahrelang vorbereitet, auf vieles verzichtet und ungeheuer viel investiert haben.

Weltweit ein Thema

Die Homophobie ist aber nicht nur in Russland, sondern weltweit ein Thema. Dies zeigt etwa Fussballer Thomas Hitzlspergers Coming-out. Dieses wurde von Prominenten aus Gesellschaft und Politik öffentlich bejubelt. Sein Mut wurde allseits gelobt. Dass es überhaupt Mut braucht, sich in einer modernen westlichen Gesellschaft zu outen, spricht Bände. Und dass Hitzlspergers Mut gefeiert wird und sich viele dabei nicht fragen, wie problematisch es doch ist, dass ein Coming-out gerade als Profisportler immer noch Überwindung kostet, sagt ebenfalls vieles. Das grosse Medienecho, das Hitzlspergers Coming-out auch hierzulande hervorgerufen hat, weist darauf hin, dass sowohl die Homosexualität an sich als auch offen homosexuelle Sportlerinnen und Sportler alles andere als eine Selbstverständlichkeit sind.

Gegen Diskriminierung im Schweizer Sport

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Auch in der Schweiz und im Sport werden Menschen leider heute noch aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert. Swiss Olympic engagiert sich für einen gesunden, respektvollen, fairen und erfolgreichen Schweizer Sport. Im ersten Prinzip der Ethik-Charta ist die Gleichbehandlung aller Menschen festgehalten: Nationalität, Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, soziale Herkunft oder religiöse und politische Ausrichtung dürfen nicht zu Benachteiligungen führen. Dass die Ethik-Charta eingehalten wird, ist in den Leistungsvereinbarungen zwischen Swiss Olympic und den 84 Mitgliedverbänden festgehalten. Ende Januar lancierte die ASSA, die Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Sportämter, in Zusammenarbeit mit Swiss Olympic die nationale Anti-Diskriminierungskampagne «Stopp Homophobie im Sport». (Text: SI/Swiss Olympic)