KEYSTONE - SDA
13.
Januar
2020

Zwei Medaillen im Riesenslalom – Auftakt in St. Moritz

Die Schweizer Skirennfahrer Sandro Zurbrügg und Luc Roduit haben an den Olympischen Jugendspielen im Riesenslalom Silber und Bronze gewonnen. Eine Enttäuschung gab es am vierten Wettkampftag hingegen für das Schweizer Skitourenrennteam.

Auch wenn die dreifache Medaillengewinnerin Amélie Klopfenstein einen rennfreien Tag hat, holt das Schweizer Alpinteam an den Olympischen Jugendspielen Lausanne 2020 Edelmetall. Im Riesenslalom der Männer fuhren am Montag Sandro Zurbrügg als Zweiter und Luc Roduit als Dritter hinter dem Sieger Philip Hofmann aus Österreich auf das Podest. Mit 1:04,21 erreichten die Schweizer im zweiten Lauf die exakt gleiche Zeit. Beide verbesserten sich damit in Umgang zwei um je fünf Plätze und sorgten damit für die Schweizer Medaillen neun und zehn. «Es ist eine riesige Freude und ein unglaubliches Erlebnis, gemeinsam mit meinem Freund und Teamkollegen auf dem Podest zu stehen», sagte Sandro Zurbrügg, der nach dem ersten Lauf noch von einer sehr äusserst schwierigen, weil sehr harten Piste gesprochen hatte.

Auch Luc Roduit war überglücklich. Für ihn war es nach Bronze im Super-G die zweite Medaille an den Youth Olympic Games 2020. Am besten im Rennen hatte nach dem ersten Lauf aus Schweizer Sicht ursprünglich Silvano Gini gelegen. Der Bündner wurde jedoch auf Rang 5 liegend disqualifiziert und konnte nicht am zweiten Lauf teilnehmen. Der Weg der beiden Medaillengewinner Zurbrügg und Roduit führte nach dem Rennen dann direkt zu ihrem Kollegen Gini zwecks Aufmunterung.

Kein Schweizer Tag bei den Skitourenläufern
Einen weiteren Medaillengewinn hatte auch das Schweizer Skitourenrennteam im Vorfeld der Sprintrennen angepeilt. Allerdings kamen weder Robin und Thomas Bussard bei den Jungs, noch Thibe Deseyn und Caroline Ulrich bei den Frauen so richtig in Fahrt. Vor allem die Bussard-Zwillinge wurden ihrer Favoritenrolle nach ihrem Erfolg am Freitag in Einzelrennen, als Thomas vor Robin siegte, nicht gerecht. Beide scheiterten nach Missgeschicken beziehungsweise Unkonzentriertheiten im Halbfinal und waren danach sehr enttäuscht über ihre Leistung. Auch Thibe Deseyn, die am Freitag hinter Ulrich Silber gewonnen hatte, schied im Semi-Final aus. Caroline Ulrich qualifizierte sich hingegen souverän für den Final. Dort ereilte die Waadtländerin jedoch ähnliches Pech wie die Bussard-Zwillinge. Sie stolperte gleich nach dem Startsignal über den Stock der Italienerin Erika Sanelli und musste die Konkurrenz entscheidend ziehen lassen. Am Ende resultierte für Ulrich der sechste Rang.

Sieg in Champéry, Stimmung in Lausanne
In Champéry, wo die Curling-Wettbewerbe der Olympischen Jugendspiele stattfinden, zeigt sich das Schweizer Mixed Curling Team nach wie vor in bestechender Form. Jan Iseli, Xenia Schwaller, Maximilian Winz und Malin Da Ros setzten sich trotz starker Gegenwehr des Teams aus Dänemark mit 6:4 durch und gewannen auch das vierte Gruppenspiel. Nach diesem Erfolg ist die Schweizer Equipe bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen Brasilien für den Viertelfinal qualifiziert.

Derweil herrschte bei den Eiskunstlaufwettbewerben in der Lausanne Skating Arena erneut eine fantastische Stimmung. Diesmal waren es in erster Linie die zu Tausenden angereisten Schulkinder aus Lausanne und dem Kanton Waadt, die die jungen Sportlerinnen und Sportler anfeuerten. Dass die Unterstützung für das Schweizer Eistanzduo Gina Zehnder / Beda-Leon Sieber und die Schweizer Eiskunstläuferin Anaïs Coraducci besonders gross war, bemerkten diese sehr wohl. «Für Gina und Beda-Leon war es ein tolles Erlebnis, vor einer solchen Kulisse zu laufen. Das hat bei ihnen Lust auf mehr geweckt», sagte ihre Trainerin Cornelia Leroy. War Zehnder und Sieber am Samstag, im ersten Teil ihres Wettbewerbs, die Nervosität noch anzumerken gewesen, zeigten die beiden am Montag eine überzeugende Leistung. Bei äusserst starker Konkurrenz belegte das Duo, das erst seit einem Jahr zusammen tanzt, den zwölften Platz.

Motivation für die Zukunft
Ähnlich erging es in der Kür der Frauen Anaïs Coraducci. Die Freiburgerin verbesserte sich vom 13. auf den 10. Rang und schwärmte nach ihrem Auftritt: «Es war toll, in dieser Arena zu laufen. Und mit meiner Leistung heute bin ich sehr zufrieden. Was ich hier erlebt habe, motiviert mich, auch in Zukunft hart zu arbeiten.»

Richtig lanciert wurden die Olympischen Jugendspiele heute auch im Wettkampfort St. Moritz. Auf dem gefrorenen See fand im Eisschnelllauf der Männer das Rennen über 1500 Meter statt. Der Baselbieter Flavio Gross erreichte dabei Platz 24.