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Der «Club of five» - ein Gremium ohne Geheimnisse

Vergangene Woche fand in Amsterdam das neunte Treffen des «Club of five» statt. In diesem Gremium tauscht sich die Schweiz mit Norwegen, Schweden, Holland und Belgien über Themen rund um Olympia aus. Gian Gilli, Sports Director bei Swiss Olympic, erzählt im Interview, welche Themen dieses Jahr im «Club of five» im Zentrum standen.

Bereits zum neunten Mal trafen sich die Vertreter der Nationalen Olympischen Komitees (NOK) aus Schweden, Norwegen, Holland, Belgien und der Schweiz. Was bringen diese Treffen?

Wir sind fünf Länder mit einer ähnlichen Grösse. Rund um Olympia sind wir daher mit ähnlichen Fragen und Herausforderungen konfrontiert, zum Beispiel in der Athletenförderung oder in organisatorischen Angelegenheiten im Vorfeld und während Olympischer Spiele. Wir können vom gegenseitigen Austausch profitieren und jeweils neue Ideen mit nach Hause nehmen, die sich anderswo bereits bewährt haben. Auch ist der internationale Vergleich interessant und wichtig, um sich weiterzuentwickeln.

Welches Thema stand dieses Jahr im Zentrum?

Natürlich blickten wir bereits Richtung «London 2012». Wir sprachen insbesondere über die Vorbereitungen auf die Sommerspiele, etwa wie wir unsere wichtigsten Events im Vorfeld und die Delegation organisieren. Belgien zum Beispiel wird mit seiner gesamten Olympiadelegation nach Fuerteventura reisen, um sich auf London einzustimmen. Die Schweizer Athleten hingegen werden sich eher dezentral und individuell respektive pro Sportart vorbereiten. Die Rolle von Swiss Olympic ist es, Athleten, Trainer und Verbände so zu unterstützen, dass diese perfekt eingestimmt sind. Seit diesem Februar werden die Trainer und Teamchefs mit unserem neu eingeführten «Olympia-Coach-Programm» auf die Olympischen Spiele vorbereitet.

Was nehmen Sie vom diesjährigen Treffen mit?

Dass wir in der Schweiz auf dem richtigen Weg sind. Es hat mich besonders gefreut, dies von den anderen Nationen zu hören. Wir sind daran, die notwendigen Strukturen zu schaffen, um Verbände und Athleten nicht mehr nur finanziell, sondern vor allem auch inhaltlich zu unterstützen. Als Dachverband und NOK möchten wir den Know-how-Transfer und die Kompetenzentwicklung zentraler organisieren und entwickeln. Damit können wir die Verbände und Athleten bestmöglich unterstützen.

Wie könnte eine solche zentrale Organisation aussehen?

Norwegen und Holland, als Beispiele, haben seit 15 Jahren einen nationalen Olympiastützpunkt, wo das Know-how gesammelt und wieder nach unten weitergegeben werden kann. Seit die Norweger das «Olympiatoppen» haben, konnten sie ihre sportlichen Leistungen im internationalen Vergleich markant steigern. Auch haben sie ihr hohes Niveau seither konstant halten können, was uns Schweizern leider noch nicht gelingt. In der Schweiz fehlen uns eben diese zentralen Strukturen, welche die Konstanz gewährleisten können. Die Idee eines Olympiazentrums ist daher auch für uns ein Thema.

Ist der «Club of five» ein Gremium, in dem es keine Geheimnisse gibt?

Wir reden jeweils sehr offen, damit wir auch optimal voneinander profitieren und Synergien nutzen können. Dies ist ja schliesslich auch der Sinn dieser Treffen. Aber wenn es dann wirklich um die entscheidenden Details geht, haben wir alle immer noch unsere kleinen Geheimnisse, die schliesslich über Sieg oder Niederlage entscheiden werden.