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Die Frauen steigen in den olympischen Ring

Boxen wurde 1904 ins Programm der Olympischen Spiele aufgenommen und war lange Zeit die einzige olympische Sommersportart, die ausschliesslich Männern vorbehalten war. 2012 dürfen in London erstmals auch Boxerinnen um eine olympische Medaille kämpfen. Der Schweizerische Boxverband SwissBoxing hofft, Schweizer Boxerinnen in den Ring schicken zu können, die sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen.

Die Teilnahme der Frauen an den Olympischen Spielen geht auf das Jahr 1900 zurück, als in Paris 22 Sportlerinnen an den Golf- und Tenniswettkämpfen teilnahmen (neben 975 Männern). Die Zahl der Frauen, die an Olympischen Spielen teilnehmen, ist seither stetig gestiegen. 1992 nahmen die Frauen zum ersten Mal an den Judowettkämpfen teil und 2000 kämpften sie in Sydney erstmals im Gewichtheben um eine Medaille. In Sydney gab es ausserdem ein Jubiläum zu feiern: 100 Jahre Frauen an Olympia. In Athen 2004 nahmen die Frauen bereits an 26 der 28 Sportarten teil. Frauenboxen war lange Zeit die einzige Sportart bei den Spielen, für die es kein Pendant für Frauen gab. Das wird sich mit den Spielen 2012 in London ändern.

 

Neue Perspektiven für Schweizer Boxerinnen

Die olympischen Boxerinnen werden in drei Gewichtsklassen gegeneinander antreten (bei den Männern sind es zehn). In jeder Kategorie nehmen zwölf Athletinnen teil, darunter jeweils vier aus Europa. «Die Messlatte für die Qualifikation liegt für die Schweizer Boxerinnen sehr hoch», erklärt Verbandsmanager Thomas Burch, der bei Swiss Olympic für die Sportart Boxen zuständig ist, «vor allem jetzt, wo die osteuropäischen Länder viel Energie in die neuen olympischen Disziplinen wie Frauenboxen stecken.» Trotz dieser Konkurrenz möchte SwissBoxing die Chance nutzen, Boxen in der Schweiz bekannter zu machen. Dank den Olympischen Spielen dürfte die Sportart Auftrieb erhalten. «Wichtig ist jedoch, dass wir uns nicht nur auf die Olympischen Spiele konzentrieren, sondern uns auch langfristig um die Nachwuchsförderung kümmern», sagt Burch.

 

Entwicklungsfähiger Verband

Andreas Anderegg, Präsident von SwissBoxing, wünscht sich, dass durch die Spiele das Interesse am Frauenboxen geweckt wird. «Es gibt bereits eine grosse Anhängerschaft, die die Boxwettkämpfe in unserem Land verfolgt. Wir hoffen, dass die Spiele auch eine positive Wirkung auf das Frauenboxen in der Schweiz haben», so Anderegg.

Sandra Brügger, fünfmalige Schweizermeisterin und Europameisterin 2007, ist laut Anderegg eine der möglichen Schweizer Kandidatinnen für London 2012. «Der Verband kann auf sehr engagierte Personen zählen, die sich schon seit vielen Jahren für die Entwicklung des Frauenboxens in unserem Land einsetzen.» Trotz seiner olympischen Anerkennung spiele Frauenboxen jedoch immer noch eine Aussenseiterrolle, sagt Anderegg, «wir haben Schwierigkeiten, neue Sponsoren zu finden». Es gibt heute rund 60 Schweizer Amateur-Boxerinnen. SwissBoxing hofft, dass diese Zahl durch die Spiele zunehmen wird.

Im Moment setzt der Verband unter der Leitung von Frauentrainer Angelo Gallina alles daran, für London 2012 eine Vertreterin aus der Schweiz an den Start zu bekommen. Bis dahin gilt es jedoch die Weltmeisterschaft im Mai 2012 abzuwarten, bei der die Boxerinnen auch um einen Platz bei den Olympischen Spielen 2012 kämpfen.

Mehr Infos zum Thema Boxen unter SwissBoxing und International Boxing Association.