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Swann Oberson (20)

Enttäuschung für Swann Oberson

Langstreckenschwimmerin Swann Oberson wurde im 10-Kilometer-Marathon 19. Dies ist für die 26-jährige Genferin eine Enttäuschung, wollte sie doch mindestens ein olympisches Diplom. Olympiasiegerin wurde die Ungarin Eva Risztov.

Als unbeschwerte Debütantin hatte Oberson in Peking bei der olympischen Premiere im Langstreckenschwimmen überraschend den sechsten Platz (und damit ein Diplom) erreicht. Noch überraschender wurde die Romande vor Jahresfrist in Schanghai Weltmeisterin über die (nicht-olympische) Distanz von 5 Kilometern. Sie sorgte damit für den grössten Erfolg eines Schweizer Schwimmers in der Geschichte. Für London gehörte die 26-jährige Oberson deshalb zu den Schwimmerinnen, die mit dem Gewinn einer Medaille liebäugeln durften.

Die 10 km im künstlich angelegten See inmitten Londons erwiesen sich als das erwartete Ausscheidungssrennen. In den ersten drei Runden (à 1,6 km) blieben die 24 Schwimmerinnen mit einer Ausnahme zusammen. In der vierten Schlaufe hatten die ersten Mühe, der Spitze zu folgen. Auch Obersons Rückstand betrug zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 15 Sekunden. Eine Runde später gab es für die Romande, die schon über eine Minute zurücklag, keine berechtigten Hoffnungen auf ein gutes Resultat mehr. «Ich schwamm zwar nie ganz vorne mit, doch ich fühlte mich am Anfang nicht so schlecht. Aber dann ging plötzlich gar nichts mehr. Ich fühlte mich extrem schlecht, meine Muskeln verkrampften sich und ich verlor den Anschluss.»

Keine Anzeichen

Am Ende des Tages blieb Oberson einzig die riesige Enttäuschung über einen «jour sans». Darüber, dass sich zwei Jahre härtestes Training mit Wochenumfängen von bis zu 120 km nicht gelohnt haben. «Ich habe in der Vorbereitung alles getan, um hier erfolgreich zu sein. Es gab kein einziges Anzeichen, dass es hier so schlecht laufen würde», sagte Oberson hinterher. Um ihre wohl einzige Schwäche, dem (Nicht-)Ertragen von Kälte, wusste die im Vergleich mit ihren Konkurrentinnen zierlich wirkende Schweizerin allerdings sehr wohl. «Ich wusste, dass das Wasser in London nicht sehr warm sein wird. Deshalb habe ich auch viel dafür gemacht, dass ich mit der Kälte besser zurechtkomme. Nun will ich nicht einfach die tiefen Wassertemperaturen als Entschuldigung anführen», so Oberson.

Risztov ist Olympiasiegerin

Olympiasiegerin wurde die Ungarin Eva Risztov. Risztov bestimmte fast während des ganzen Rennens die Pace und lag auch vor den letzten 500 m einige Meter in Führung. Die 20-jährige Amerikanerin Anderson kam zwar noch gefährlich auf, musste sich aber letztlich um 0,4 Sekunden geschlagen geben. Bronze holte sich die Mitfavoritin Martina Grimaldi (23).