Peking 2022
Datum
04. Feb - 20. Feb
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Zahlreiche Glücksmomente aber auch schwierige Situationen

Zum Abschluss der Olympischen Winterspiele in Peking zieht Ralph Stöckli eine grundsätzlich positive Bilanz. Die 15 Medaillengewinne sorgten für die Höhepunkte aus Sicht des Swiss Olympic Teams. Auch mit der Organisation vor Ort zeigt sich der Chef de Mission von Swiss Olympic zufrieden. Die Schweizer Delegation hatte in China aber auch einige Herausforderungen zu bewältigen.

Das Swiss Olympic Team reist mit 15 Medaillen aus Peking ab. Beeindruckend ist das Abschneiden des alpinen Skiteams, das 9 Medaillen gewann. Mit Lara Gut-Behrami (Super-G), Michelle Gisin (Kombination), Corinne Suter (Abfahrt), Beat Feuz (Abfahrt) und Marco Odermatt (Riesenslalom) stellen die Alpinen fünf Goldmedaillengewinnerinnen und Goldmedaillengewinner. Gut-Behrami und Gisin gewannen je noch eine Bronze-Medaille im Riesenslalom, beziehungsweise im Super-G. Wendy Holdener, die Schweizer Fahnenträgerin an der Eröffnungsfeier, gewann Silber in der Kombination und Bronze im Slalom.

Ebenfalls auf den Punkt bereit war Mathilde Gremaud, die für ihre mutigen Auftritten mit Gold im Ski Freestyle Slopestyle und Bronze im Big-Air-Wettbewerb belohnt wurde. Und auch Jan Scherrer hat Ralph Stöckli imponiert. Der Snowboarder wagte im Olympiafinal in der Halfpipe einen Sprung, den er zuvor erst vier Mal gestanden hatte und gewann Bronze. Ryan Regez und Alex Fiva sorgten dann im Skicross für einen historischen Doppelsieg. Mit der nachträglich verliehenen Bronzemedaille an Fanny Smith erreicht Swiss Olympic genau das ursprüngliche Medaillenziel von 15 Medaillen.

«Diese überragenden Ergebnisse zeigen, welche gute Arbeit der Verband Swiss-Ski leistet. Und es freut mich, konnten wir seitens Swiss Olympic für jene Rahmenbedingungen sorgen, unter denen die Athletinnen und Athleten am entscheidenden Tag ihre Bestleistung abrufen konnten», sagt Ralph Stöckli, der Chef de Mission der Schweizer Delegation.

Auch in Zukunft auf das Wesentliche besinnen
Mit dem Abschluss der Olympischen Winterspiele in Peking endet die Trilogie von drei Olympischen Spielen in Asien in Folge (PyeongChang 2018, Tokyo 2020, Peking 2022). Alles in allem fanden mit den Sommerspielen in Rio 2016 zuletzt sogar vier Olympische Spiele geografisch weit entfernt von der Schweiz statt. Ralph Stöckli geht davon aus, dass die Sommerspiele 2024 in Paris und die Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina d’Ampezzo für Swiss Olympic aus organisatorischer und logistischer Sicht sowie sprachlich und kulturell etwas weniger komplex sind. «Dafür werden wir vor anderen Herausforderungen stehen», sagt der Chef de Mission. «So nahe an der Heimat kann es für die Athletinnen und Athleten unter Umständen schwierig sein, sich vom Rummel und den Bedürfnissen des Umfelds abzugrenzen, die ein Auftritt an den Olympischen Spielen mit sich bringt.»

So bedauerlich die Austragung praktisch ohne Zuschauer und die Abschottung der Olympiateams in Peking aufgrund des Coronavirus gewesen sei: Für die Sportlerinnen und Sportler habe dies – wie schon an den Spielen in Tokio – auch Vorteile gehabt: «Sie konnten sich auf Training und Wettkampf konzentrieren. Viele von ihnen haben mir gesagt, dass sich das positiv auf ihre Leistung ausgewirkt hat.» Wie wichtig der Fokus auf das Wesentliche für die Athletinnen und Athleten ist, diese Erkenntnis will Ralph Stöckli auch gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee einbringen. «Ich hoffe, das IOC hat ebenfalls gemerkt, dass eine gewisse Besinnung auf das Wesentliche im Sinn jener ist, um die es schlussendlich geht; die Athletinnen und Athleten. Und sicherlich sind auch wir von Swiss Olympic diesbezüglich gefordert.»

Schwierige Momente für die Corona-Betroffenen
Zum Abschluss der Olympischen Spiele in Peking lobt Ralph Stöckli das Organisationskomitee. «Die Wettkampfstätten waren nahezu perfekt und erlaubten hochklassige Wettbewerbe. Gleichzeitig wurden die strengen Coronavorgaben so umgesetzt, dass sie die Sportlerinnen und Sportler in ihrem Alltag im olympischen Dorf, im Training und im Wettkampf kaum einschränkten. Von den Verantwortlichen und von den Helferinnen und Helfern wurden wir hervorragend unterstützt.»

Über die sechs Coronafälle in der Schweizer Delegation, die für die Betroffenen teilweise eine mehrtägige Isolation zur Folge hatten, sagt Stöckli: «Von der Anzahl her sind wir bei einer Delegationsgrösse von insgesamt 368 Personen sicher mit einem blauen Auge davongekommen. Doch vor allem jene Betroffenen, die lange isoliert waren, erlebten auch schwierige Momente.» Entsprechend gelohnt habe es sich, die sportpsychologische Betreuung für Peking 2022 auszubauen.

Medaillen

Die Medaillen für Peking 2022 tragen den Namen «Tong Xin», was so viel bedeutet wie «Zusammen als Einheit». Sie bestehen aus fünf Ringen und einem Zentrum; das Design basiert auf den alten chinesischen Anhängern aus Jade mit konzentrischen Kreisen, wobei die fünf Ringe für den olympischen Geist stehen, der die Menschen zusammenbringt, und für den Glanz der Olympischen Winterspiele, der in die ganze Welt getragen wird.

Olympische Fackel

Peking ist die erste Stadt, die sowohl die Olympischen Sommer- als auch die Winterspiele ausrichtet. Das Design der Fackel 2022 ehrt dieses olympische Erbe in der chinesischen Hauptstadt durch eine ähnliche Gestaltung wie bei der Fackel der Olympischen Spiele 2008, der wie eine riesige Schriftrolle aussah.

Maskottchen

Das olympische Maskottchen «Bing Dwen Dwen» wird als Botschafter des Wintersports fungieren und den Teilnehmern und Zuschauern der Olympischen Winterspiele Freude bereiten. «Bing» bedeutet Eis und symbolisiert auch Reinheit und Stärke, und «Dwen Dwen» steht für Kinder. Das Maskottchen verkörpert auch die Stärke und Willenskraft der Athleten und wird dazu beitragen, den olympischen Geist zu fördern.

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